Zitate von Hesse, Hermann
„Alt-sein ist eine ebenso schöne Aufgabe wie Jung-sein.“
„Schritte, die man getan hat, und Tode, die man gestorben ist, soll man nicht bereuen.“
„Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe/ Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,/ Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern/ In andre, neue Bindungen zu geben./ Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,/ Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“
„Wahrer Beruf für den Menschen ist nur, zu sich selbst zu kommen.“
„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“
„Von den vielen Welten, die der Mensch nicht von der Natur geschenkt bekam, sondern sich aus eigenem Geist erschaffen hat, ist die Welt der Bücher die größte.“
„Jeder Mensch ist liebenswert, wenn er wirklich zu Worte kommt.“
„Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein, nicht umgekehrt.“
„Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert.“
„Wer das Denken zur Hauptsache macht, der kann es darin zwar weit bringen, aber er hat doch eben den Boden mit dem Wasser vertauscht, und einmal wird er ersaufen.“
„Das Amt des Dichters ist nicht das Zeigen der Wege, sondern vor allem das Wecken der Sehnsucht.“
„Eigensinn macht Spaß.“
„Einsamkeit ist der Weg, auf dem das Schicksal den Menschen zu sich selber führen will.“
„Intellektuelle Erkenntnisse sind Papiere. Vertrauen hat immer nur der, der von Erfahrenem redet.“
„Man muß das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“
„Wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die ganze Welt für eine Stunde wie Heimat aus.“
„Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das ist die Welt. Wer geboren werden will, muß eine Welt zerstören.“
„Unduldsam sollte man nur gegen sich selber sein, nicht gegen andere.“
„Das Glück ist ein Wie, kein Was; ein Talent, kein Objekt.“
„Aller höhere Humor fängt damit an, daß man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“
„Der ärgste Feind und Verderber der Menschen (ist; d.Red.) der auf Denkfaulheit und Ruhebedürfnis beruhende Drang nach dem Kollektiv.“
„Jeder Mensch ist etwas Persönliches und Einmaliges, und an Stelle des persönlichen Gewissens ein kollektives setzen zu wollen, das heißt schon Vergewaltigung und ist der erste Schritt zu allem Totalitären.“
„Die Verzweiflung schickt uns Gott nicht, um uns zu töten, er schickt sie uns, um neues Leben in uns zu erwecken.“
„Was lang leben will muß dienen, was aber beherrschen will, das lebt nicht lange.“
„Die Welt und das Leben zu lieben, auch unter Qualen zu lieben, jedem Sonnenstrahl dankbar offenzustehen und auch im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen.“
„Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen: Tapferkeit, Eigensinn und Geduld. Die Tapferkeit stärkt, der Eigensinn macht Spaß, und die Geduld gibt Ruhe.“
„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben - aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind.“
„Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: Je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.“
„Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich.“
„Damit das Mögliche entsteht, muß immer wieder das Unmögliche versucht werden.“
„Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich.“
„Das Paradies pflegt sich erst dann als Paradies zu erkennen zu geben, wenn wir aus ihm vertrieben sind.“
„Du sollst dich nicht nach einer vollkommenen Lehre sehnen, sondern nach Vervollkommnung deiner selbst.“
„Heute liegt die politische Vernunft nicht mehr dort, wo die politische Macht liegt.“
„Wir müssen nicht hinten beginnen bei den Regierungsformen und politischen Methoden, sondern wir müssen vorn anfangen, beim Bau der Persönlichkeit, wenn wir wieder Geister und Männer haben wollen, die uns Zukunft verbürgen.“
„Meine Aufgabe ist es nicht, anderen das objektiv Beste zu geben, sondern das Meine so rein und aufrichtig wie möglich.“
„Wenn man darüber redet, wird auch das Einfachste gleich kompliziert und unverständlich.“
„Schönheit beglückt nicht den, der sie besitzt, sondern den, der sie lieben und anbeten kann.“
„Es wird alles immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht.“
„Suche erkannte Wahrheiten zu verwirklichen. Nicht als Forderung an andere, sondern als Forderung an dich selbst.“
„Wenn man etwas für recht hält, muß man es auch tun.“
„Unsterblichkeit? Keinen Rappen gebe ich darum! Wir wollen hübsch sterblich bleiben!“
„Der Verleger muß "mit der Zeit gehen", wie man sagt, er muß aber nicht einfach die Moden der Zeit übernehmen, sondern auch, wo sie unwürdig sind, ihnen Widerstand leisten können.“
„Die Welt zu durchschauen, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.“
„Alles Wissen und alles Vermehren unseres Wissens endet nicht mit einem Schlußpunkt, sondern mit einem Fragezeichen.“
„Jede Wissenschaft ist, unter anderem, ein Ordnen, ein Vereinfachen, ein Verdaulichmachen des Unverständlichen für den Geist.“
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