Zitate von Kraus, Karl
„Keine Grenze verlockt mehr zum Schmuggeln als die Altersgrenze.“
„Der Ästhet ist der rechte Realpolitiker im Reich der Schönheit.“
„Sexuelle Aufklärung ist insoweit berechtigt, als die Mädchen nicht früh genug wissen können, wie die Kinder nicht zur Welt kommen.“
„Der Ausdruck sitze dem Gedanken nicht wie angenommen, sondern wie angegossen.“
„Es kommt nicht bloß auf das Äußere einer Frau an. Auch die Dessous sind wichtig.“
„= Was die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben.“
„In der deutschen Bildung nimmt den ersten Platz die Bescheidwissenschaft ein.“
„Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien.“
„Die Deutschen sitzen an der Tafel einer Kultur, bei der Prahlhans Küchenmeister ist.“
„Deutsch ist die Sprache derer, die zwar deutsch fühlen, aber nicht Deutsch können.“
„Weil ich den Gedanken beim Wort nehme, kommt er.“
„In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige.“
„Die Frau ist da, damit der Mann durch sie klug werde.“
„Man kann eine Frau nicht hoch genug überschätzen.“
„Der Schwache zweifelt vor der Entscheidung; der Starke danach.“
„Größere Gegner gesucht. (Inserat von Karl Kraus in der Zeitschrift "Die Fackel")“
„Der Anspruch auf einen Platz an der Sonne ist bekannt. Weniger bekannt ist, daß sie untergeht, sobald er errungen ist.“
„= Einer, der nachher alles vorher gewußt hat.“
„Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können - das macht den Journalisten.“
„Wenn die Eltern schon alles aufgebaut haben, bleibt den Söhnen und Töchtern nur noch das Einreißen.“
„= Die Lehre vom Kosmos des Weibes.“
„Eine der verbreitesten Krankheiten ist die Diagnose. (DOPPELT !!!)“
„= Zuerst die Hoffnung, daß es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, daß es dem anderen schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, daß es dem anderen auch nicht besser geht, und hernach die Überraschung, daß es beiden schlechter geht.“
„Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst die Zwerge lange Schatten.“
„Kunst ist etwas, was so klar ist, daß es niemand versteht.“
„= Nur einer, der aus der Lösung ein Rätsel machen kann.“
„Ein Künstler hat das Recht, bescheiden, und die Pflicht eitel zu sein.“
„= Eine Anstrengung, die einer besseren Sache würdig wäre.“
„Man lebt nicht einmal einmal.“
„Ein Paradoxon entsteht, wenn eine frühreife Erkenntnis mit dem Unsinn ihrer Zeit zusammenprallt.“
„Gute Ansichten sind wertlos. Es kommt darauf an, wer sie hat.“
„= Das gestärkte Vorhemd vor einer Normalgesinnung, die nie gewechselt wird.“
„Der Skandal fängt an, wenn die Polizei ihm ein Ende bereitet.“
„Es gibt Menschen, die heiser werden, wenn sie ununterbrochen acht Tage lang mit keinem ein Wort gesprochen haben.“
„Eine Satire, die der Zensor versteht, wird mit Recht verboten...!“
„Es gibt mehr Dinge zwischen Sexta und Quinta als eure Schulweisheit sich träumen läßt. (Dass das Leben - auch während der Schulzeit - weitergeht, hat schon der Satiriker Karl Kraus festgestellt. Sie, liebe Frau ... (Name), haben das bewiesen und einen so lebensnahen Unterricht gehalten, dass mancher Kollege, ich eingeschlossen, ziemlich neidisch war.)“
„= Die Mutter, nicht die Magd des Gedanken.“
„In keiner Sprache kann man sich so schwer verständigen wie in der Sprache.“
„Man glaubt gar nicht, wie schwer es oft ist, eine Tat in einen Gedanken umzusetzen.“
„Das ist das wahre Wunder der Technik, daß sie das, wofür sie entschädigt, auch ehrlich kaputt macht.“
„Viele Frauen möchten mit Männern träumen, ohne mit ihnen zu schlafen. Man mache sie auf das Unmögliche dieses Vorhabens nachdrücklich aufmerksam.“
„In Deutschland bilden zwei einen Verein. Stirbt der eine, so erhebt sich der andere zum Zeichen der Trauer von seinem Platze.“
„Am unverständlichsten reden die Leute daher, denen die Sprache zu nichts anderem dient, als sich verständlich zu machen.“
„Vervielfältigung ist insofern ein Fortschritt, als sie die Verbreitung des Einfältigen ermöglicht.“
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