Zitate von Börne, Ludwig
„Beim Beginn einer Unternehmung und unweit des Zieles ist die Gefahr des Mißlingens am größten. Wenn Schiffe scheitern, geschieht es nahe am Ufer.“
„Die Deutschen haben unter allen Nationen am meisten philosophiert; das kömmt daher, sie haben am wenigsten gelebt.“
„Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld.“
„Die Erfahrung gleicht einer unerbittlichen Schönen. Jahre gehen vorüber, bis du sie gewinnst, und ergibt sie sich endlich, seid ihr beide alt geworden, und ihr könnt euch nicht mehr brauchen.“
„Was ist selbst der glücklichste Mensch ohne Glauben? Eine schöne Blume in einem Glase Wasser, ohne Wurzel und ohne Dauer.“
„Wer in der wirklichen Welt arbeiten kann und in der idealen leben, der hat das Höchste erreicht.“
„Trost gibt der Himmel, von den Menschen erwartet man Beistand.“
„Der Humor ist keine Gabe des Geistes, sondern des Herzens.“
„Einen Wahn verlieren macht weiser als eine Wahrheit finden.“
„Das Geheimnis jeder Macht besteht darin, zu wissen, daß andere noch feiger sind als wir.“
„Die Meinung ist die Küche, worin alle Wahrheiten abgeschlachtet, gerupft, zerhackt, geschmort und gewürzt werden.“
„Vieles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht.“
„Minister fallen, wie Butterbrote, gewöhnlich auf die gute Seite.“
„Ein Mann von Geist wird nicht nur nie etwas Dummes sagen, er wird auch nie etwas Dummes hören (wollen).“
„Der Wahn aller Regierenden, vom Minister bis zum Pedell herab, ist, daß das Regieren ein großes Geheimnis sei, welches dem Volk zu seinem Besten verschwiegen werden müsse.“
„Wer zu den Köpfen redet, muß viele Sprachen verstehen, und man versteht nur eine gut; wer mit dem Herzen spricht, ist allen verständlich.“
„Das Schicksal macht nie einen König matt, ehe es ihm Schach geboten hat.“
„Als Pythagoras seinen bekannten Lehrsatz entdeckte, brachte er den Göttern hundert Ochsen dar. Seitdem zittern die Ochsen, so oft eine neue Wahrheit ans Licht kommt.“
„Nichts bereuen, ist aller Weisheit Anfang.“
„Die Fassung der Edelsteine erhöht ihren Preis, nicht ihren Wert.“
„Die Lebenskraft eines Zeitalters liegt nicht in seiner Ernte, sondern in seiner Aussaat.“
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